Notebook mit Alkoholproblemen

Das Telefon klingelt mal wieder, und ich werde gefragt, ob ich mir ein Notebook anschauen könne, was nicht mehr starten will.
Ich stelle die üblichen Fragen: Bleibt der Bildschirm dunkel? Welche LEDs leuchten noch? Und so weiter. Anfangs sei nur der Akku plötzlich nicht mehr vorhanden gewesen. – Fest eingebauter Akku? – Natürlich! (Und wie kann der weg sein?) Aber nun macht er keinen Mucks mehr.
Na gut, auf geht’s, das Gerät auf den Arbeitstisch gehoben und auseinander genommen. (Welcher zugedröhnte Ingenieur kommt eigentlich auf die absolut gestörte Idee, da so dermaßen viele Schrauben reinzuballern, ganz abgesehen von den Plastikclips?)
Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte ich endlich das Ding zerlegt. Es sah so noch top aus, aber Moment, wieso ist in einem Gerät, was angeblich bisher ungeöffnet ist, ein Flachbandkabel (vom Trackpad) nicht schön gerade verlegt, sondern zerknickt reingedrückt? Hat da doch schon mal jemand rumgemurkst?
Nach einigem Gesuche und dem Entfernen von diversen Plastikfolien hat sich dann das hier offenbart:
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Das Grauen versteckte sich also unter einer Plastik-Aluminium-Abschirmung und war nicht sofort zu sehen. Seltsamerweise war der Laptop sonst innerlich recht sauber, folglich musste da doch jemand gebastelt haben.
Der Rückruf und die Nachfrage, was mit dem Gerät wirklich passiert war, brachte kein Licht ins Dunkel – gebraucht gekauft, angeblich top, aber für einen Preis, der für das Gerät um Welten zu niedrig war. (Da wusste jemand genau, warum.)
Das gesamte Mainboard ist dann erst einmal in 2-Propanol baden gegangen, nachdem alle demontierbaren Bauteile entfernt wurden, um eventuelle Flüssigkeiten (es roch arg nach Bier) anzulösen und auszuschwämmen. Dann musste es trocknen, was am besten in 10°C-Schritten alle halbe bis ganze Stunde geht, bis man bei 80°C angekommen ist. Dann muss das Gerät noch ca. eine Stunde langsam wieder herunterkühlen und fertig ist der Kuchen… äh, naja, ihr wisst schon.

Categories: Reparatur

Frischkur für Kommutator und anker einer LCN PFP 40

Mir wurde mal wieder ein leidlich gepflegtes gerät zur Reparatur überlassen wo ein Turbinen Saugmotor eigentlich darin seine Arbeit zum absaugen verrichten soll… eigentlich.

nachdem ich den Motor dann endlich mal aus dem stück chinesischer Plastik Spritzguss Kunst von Apparillo rausgeschält hatte gab sich ein jämmerlicher Anblick des Motors. jeder vernunftbegabte Frickler hätte das ding so wie es ist Richtung Elektro Schrott befördert oder aber das Schauspiel des bürstenfeuers als Nachttischlampe zweckentfremdet.

die kohlen waren einseitig so weit runter das der Kupferzopf schon auf der anderen Seite der kohle rauschaute, die kohlen wurden wohl schon mal gewechselt aber nicht die passenden also wurden die zurechtgefeilt, okay das kann man durchaus machen aber dann sollte es gerade sein, die kohlen waren halb rund.

Die alten Kohlen sehen durch aus
Die alten Kohlen sehen durch aus

entsprechend sah auch der Kommutator aus eine Kluft von etwa 3mm haben sich die kohlen in den Kommutator gefressen….

Etwas Fertig
Etwas Fertig

und nu?

keine Informationen über den Motor, kein stück Schrift zu finden, eine Recherche über die „LCN PFP 40“ wo dieser Motor für die Absaugung zuständig ist ergab nur Unsinn.

die Firma selbst würde den Motor natürlich wechseln… für stolze 180 Kröten… Macke?

also das Motörchen auseinander gepflückt und ab auf die Drehbank den Kommutator wieder in eine halbwegs nützliche form bringen.

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sieht schon mal wesentlich besser aus als die Katastrophe vorher.

nun woher die neuen kohlen nehmen? das ist ja mal wieder so eine Ausgeburt von Motor das keine Standard kohlen passen, die Masse sind übrigens 8×6,3×25 mit Zopf zum löten. durch Zufall in der bucht ein Pärchen gefunden und geordert.

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so rein mit den Dingern und angelötet

Sieht fast aus wie Neu
Sieht fast aus wie Neu

nun läuft der Schmoddersauger wieder sauber

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Categories: Reparatur

Ein Akku mit Turbo für den Samsung Navibot SR

Vor einem Guten halben Jahr hat so eine Putzfrisbee (Samsung Navibot SR8845) bei uns Einzug gehalten, günstig gebraucht erstanden das Ding.

Grundsätzlich ein richtig lustiger und nützlicher Zeitgenosse, aber seine Arbeitslust hat mit jedem Tag nachgelassen die er unterwegs war.

SR Akku

der Akku war wohl dann doch fertig.
Neue Akkus für die Putzteufel gibt’s offiziell, oder in der Bucht für runde 50Euronen mit 2000 mAh, eindeutig zu viel für eine Hand voll öder Sub-C Zellen.
Also ab die bucht bemüht und beim freundlichen auf der anderen erdhälfte 12 von diesen zellen (die Masse sind 43mm x 23mm) mit satten 6000 mAh und das für nicht mal ein Drittel des Orginalpreises.
Wer das auch nachbasteln möchte, achtet darauf das die Chinaknaller Lötfahnen haben, sonst ist das ein elendes Gemansche auf den Polen.

Die neuen Zellen so wie sie geliefert wurden
Neue Sub-C Zellen aus China

Erst mal die Chinakracher aus ihrer Verpackung schälen, und die Isolierung von den Lötfahnen polen (Ich sollte über Kinder nachdenken, denen ich diese undankbare Arbeit geben kann)

Zellen
Orginal Akku von Oben

Die weise schale Rechts und Links einschneiden, die kann man später wieder schön drumrum schnüren, und die pappe Abpopeln…
dann einfach die Zellen gemäß dem originalen anordnen und zusammenlöten, mit einem tropfen Heiskleber (den kann man dann gut wieder wegknibbeln) hält das für den Anfang besser
wenn das packet dann soweit fertig ist

Fertig zusammengelötet und Verklebt
Fertig zusammengelötet und Verklebt

von außen noch fix 2K Kleber zwischen die Zellen getropft, damit hält das dann bombenfest.

noch die schöne weise schale drum rum, und wieder ab damit in den Putzteufel.

Und ordentlich klebeband drumrum
Und ordentlich klebeband drumrum

Ja nun wuselt das Maschinchen mit einer unglaublichen Ausdauer durch die Wohnung und putzt sich die bürsten rund

Categories: Technik